Presse

(Szabadság, 14.04.07, Cluj-Naspoca))

Laboratorium Schlagzeug

Die Technik des Schlagzeug-Spielens kann man überall und jederzeit erlernen, aber, wie es mit der Musik allgemein der Fall ist, das Schlagzeug muss man auch hören können. Die guten Schlagzeuger zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie mehr und öfter in ihr Instrument reinhauen, sondern durch ihre individuell klingende Musik - antwortete Robyn Schulkowsky auf unsere Frage. Die Musikerin aus den USA lebt seit mehreren Jahrzehnten in Europa. In Rumänien war sie voriges Jahr zum ersten Mal, als sie einen Tag mit den Studenten der Musikakademie in Bukarest verbracht hat. Diese Zeit empfand sie jedoch zu kurz. Dieses Jahr macht besucht sie im Rahmen einer längeren Rumänien-Tournee mehrere Städte. Nach Klausenburg kam sie auf Einladung des Deutschen Kulturzentrums.

Robyn Schulkowsky ist in Deutschland nicht nur als Schlagzeugerin, sondern auch als Komponistin bekannt geworden. Im Rahmen der in Rumänien unternommenen Rhytm-Lab-Tournee will sie jungen Musikern auch zum Komponieren Hilfestellung bieten - jenseits der nötigen Technik und des Gefühls, was man zum Schlagzeug-Spielen braucht. Ihrer Meinung nach ist das Schlagzeug für die meisten Musiker ein wenig bekanntes Instrument, deswegen ist es wichtig, dass der Musiker dem Komponisten bei der Erstellung der Noten behilflich sein kann.

Schulkowsky stellt im übrigen auch selber Instrumente her. Das von ihr entworfene Instrument besteht aus einer ca. 30 cm breiten und einen Meter hohen Kiste, die als Schallraum dient, und aus einem Brett, das auf die Kiste gelegt wird und in der Mitte einen ovalen Ausschnitt hat. Das so entstandene Instrument übernimmt Elemente der Schlaginstrumente verschiedener süd-amerikanischen und nomaden Kulturen und erzeugt dabei einen überraschend tiefen Bass-Klang. Der Vorteil von diesem eigenartigen Instrument ist, dass es den Teilnehmern des Worskhops in gleicher Weise unbekannt ist. So konnte im zweitägigen Workshop der Focus von der Technik auf die Musik verlegt werden. Schulkowsky meint, es ist wichtig zu erkennen, dass die Musik nicht das Produkt, sondern die Erfahrung ist.

Die im Klausenburger Tranzit-Haus ertönende Musik ist neuartig: sie verbindet den eigenartigen Rhytmus des Rondos mit eher lockeren Schlagzeug-Techniken. Die Zuhörer werden direkt in eine ungewöhnliche und moderne Klangwelt versetzt, in der von John Cage bis zum Free Jazz alles seinen Platz hat.

Bence Kiss

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Pressestimmen „Rhythm Lab Romania on Tour“ und Konzert Joey Baron
(21.04. – 29.04.07), Bukarester Zeitungen:

„Ziua“ (26.04.2007)
(über das internationale Jazz Festival (26.4-29.4.07) „Jazzy Spring“ im ArCuB, Bukarest)

1.) Jazzy Simbolic (Moika Adronescu)

(...) Die Darbietung des Samstages wurde eröffnet mit einem Solostück von Joey Baron, einer der berühmtesten Jazz-Percussionisten der Welt. Eine noch nie dagewesene Klangvermittlung; ein großartiges Treffen in der Geschichte der Musik.
Am Ende des Solostückes lud Joey Baron den Musiker Mircea Tiberian zu einer gemeinsamen Improvisation auf der Bühne ein – ein exellentes Duo ad-hoc. (...)

2.) Barometru Cultural (Monika Adronescu)

(...) Der dritte Abend ist exklusiv amerikanisch:  Ein Solostück von Joey Baron, einem der berühmtesten Percussionisten in der Welt des Jazz (...)

„Ochiul de Veghe“ (30.04.2007)

„The splendid Melody“ (Vladimir Bulat)

(...) Die letzten Tage in Bukarest sind vorbeigezogen und präsentierten einige Vertreter der Elite zeitgenössischer Musik  - folglich ersten Ranges. Zuerst gab die Percussionistin Robyn Schulkowsky mehrere Workshops für junge rumänische Percussionisten und zwei Konzerte im Nationalen Tanzzentrum Bukarest. Anschließend, im Rahmen des Festivals „Jazzy Spring“ 2007, wurden drei große Musiker, deren Namen zu den berühmtesten der Weltmusik der letzten 30 Jahre zählen präsentiert: Mark Feldmann (Geige), Joey Baron (Schlagzeug), Barry Altschul (Schlagzeug).
Jeder der genannten Namen ist eine erstrangige Persönlichkeit (...) Auf höchstem Niveau wurden Adrenalin und ästhetische Genugtuung freigesetzt.
Joey Baron gab ein Solokonzert, wie ich es noch nie erlebt habe. Alleine, nur mit seinem Schlagzeug, hatten wir in keinem Moment das Gefühl, dass der Rhythmus nur durch den Zusammenklang der Instrumente erzeugt wurde, sondern durch eine leichte Anrührung der Stille.
Am Ende seines Solostückes hat er unseren Pianisten Mircea Tiberian auf die Bühne gebeten und die beiden bildeten ein Duo, über welches selbst Manfred Eicher von ECM Records stolz sein konnte